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Behandlung gegen das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Weltweit steigt die Anzahl der kurzsichtigen Menschen. Zwar konnte diese Zunahme in Deutschland noch nicht nachgewiesen werden, dennoch sind 15 % aller Kinder kurzsichtig.

Vererbung spielt hierbei eine Rolle – wohl aber auch die Menge an Tageslicht: in einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass Kinder, die sich täglich 2 Stunden im Freien aufgehalten haben, zu 50% weniger häufig kurzsichtiger wurden.

Zudem scheint es doch(!) so zu sein, dass Lesen über einen längeren Zeitraum in kurzem Abstand eine Kurzsichtigkeit begünstigen, was erklärt, warum „Leseratten“ eher eine Brille benötigen.

Deshalb ist zu empfehlen, dass Kinder täglich sich mindestens 1 Stunde im Freien aufhalten (Tageslicht) und beim Lesen einen sinnvollen Mindestabstand zum Buch einhalten. Vermutlich stimmt es doch, dass permanentes Lesen unter der Bettdecke zur Kurzsichtigkeit führen kann.

Es ist nicht eindeutig bewiesen, dass spezielle Kontaktlinsen (Ortho-K) oder Spezialbrillen einer Kurzsichtigkeit entgegenwirken.

Ein schon seit über 100 Jahren bekanntes Verfahren zur Minderung des Fortschreitens einer Kurzsichtigkeit besteht in der Gabe des niedrig dosierten Atropin:
Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren, bei denen es innerhalb eines Jahres zu einer Zunahme der Kurzsichtigkeit um 0,5 dpt oder mehr gekommen ist, bekommen vor dem Schlafen jeweils einen Tropfen 0,01% Atropin in beide Augen getropft. Leider gibt es bisher keine gesetzliche Zulassung hierfür, die Krankenkassen müssen die Kosten hierfür nicht übernehmen und die Augentropfen müssen speziell in der Apotheke angefertigt werden. Bis zu 90% aller Kinder sprechen auf diese Behandlung an.
Eine augenärztliche Kontrolle sollte nach 4-6 Wochen und dann jährlich stattfinden. Üblicherweise wird die Behandlung bis zum Erreichen des 15. Lebensjahres fortgesetzt.